Cocktails mit Gurke: Die beste Erfrischung für heiße Sommertage

Gin Tonic im Copa-Glas mit Gurkenscheiben und Eis vor schwarzem Hintergrund

Cocktails mit Gurke: Die beste Erfrischung für heiße Sommertage

Gurke im Cocktail? Wer da an Gemüsebeet statt an Bar denkt, hat vermutlich noch nie erlebt, was zwei Scheiben davon mit einem eiskalten Drink anstellen. Wir sagen es ganz offen: Für uns ist die Gurke die unterschätzteste Zutat des Sommers – und gleichzeitig die dankbarste. Sie kostet ein paar Cent, liegt in jedem Supermarkt und macht aus einem ordentlichen Drink einen, den eure Gäste noch Wochen später erwähnen.

Dabei ist die Idee alles andere als neu. In guten Bars gehört Gurke längst zum Standard-Repertoire, und spätestens seit Gin-Marken ihre Tonics offensiv mit Gurkenscheibe statt Zitrone servieren lassen, ist das Thema im Mainstream angekommen. Was uns daran begeistert: Gurken-Drinks schmecken nach Sommer, ohne süß zu sein. Genau das, was einem an heißen Tagen die Limonade eben nicht bietet.

Warum Gurke im Glas so gut funktioniert

Eine Gurke besteht zu rund 96 Prozent aus Wasser – sie ist quasi Erfrischung in Gemüseform. Im Drink sorgt sie für einen kühlen, grünen Grundton, der Alkohol weicher wirken lässt und Zitrusnoten auffängt, ohne selbst in den Vordergrund zu drängen. Anders als Fruchtsäfte bringt sie dabei praktisch keinen Zucker und keine Säure mit. Das Ergebnis: Drinks, die leichter wirken, sich schneller wegtrinken lassen und trotzdem nach etwas schmecken.

Dazu kommt der Nasen-Effekt, den viele unterschätzen: Ein Großteil dessen, was wir „Frische“ nennen, riechen wir nur. Eine längs geschnittene Gurkenscheibe, die aus dem Glas ragt, liegt bei jedem Schluck direkt unter der Nase – und genau deshalb wirkt ein Gin Tonic mit Gurke so viel kühler als derselbe Drink mit Zitrone.

Die richtige Gurke: Einkauf und Vorbereitung

Unser Rat: Nehmt kleine Snack- oder Minigurken, wenn ihr sie bekommt – sie sind knackiger, aromatischer und wässern weniger als die große Salatgurke. Die funktioniert aber ebenfalls, vor allem für Gurkensaft. Da die Schale mit ins Glas wandert, lohnt sich Bio-Qualität, gründlich abgespült. Die Schale bleibt grundsätzlich dran: Dort sitzt das meiste Aroma, und optisch macht der grüne Rand den halben Reiz aus.

  • Für die Optik: Gurke mit dem Sparschäler längs in dünne Bahnen hobeln und innen an der Glaswand entlanglegen.
  • Für den Geschmack: Drei, vier Scheiben im Shaker oder Rührglas leicht andrücken – nicht zermatschen, sonst wird der Drink trüb und bitter.
  • Für Fortgeschrittene: Gurkenscheiben mit ins Eiswürfelfach geben. Die Würfel kühlen und aromatisieren gleichzeitig – und sehen im Glas großartig aus.

Sieben Sommer-Drinks mit Gurke, die ihr kennen solltet

Cucumber Frog

Entdeckt in der Barock Bar in Regensburg: Gin, Gurke, Basilikum und eine Winzigkeit Wasabipaste. Klingt, als hätte jemand alles Grüne in den Mixer geworfen – ist aber ein irre frischer Drink zwischen mediterran und asiatisch. Für uns der perfekte Begleiter zu jedem Grillabend.

St. Germain des Prés

Der komplexeste Kandidat der Runde: Gin, Gurke, Holunderblüte und Thaichili. Wer keine Chili-Tinktur ansetzen will, greift zu Chili-Bitters. Süße, Schärfe und grüne Frische in einem Glas – anspruchsvoll, aber lohnend.

Munich Mule

Als der Moscow Mule hierzulande populär wurde, hatten viele Bars schlicht kein Ginger Beer – also entstand in München die Gin-Variante mit ordentlich Gurke. Technisch ein Gin Buck, praktisch die Brücke zwischen Mule und Gin Tonic. Wer eines der beiden Lager mag, wird hier glücklich.

Broken Bird

Wodka, trockener Wermut, frischer Gurkensaft, Ginger Beer und Apfel-Thymian-Bitters: der herb-kräuterige große Bruder des Munich Mule. Für den Gurkensaft braucht es einen Entsafter – der Aufwand lohnt sich, denn purer Gurkensaft bringt eine Tiefe, die Scheiben allein nicht liefern.

Le Gurk

Kreiert 2009 von Axel Klubescheidt in Essen: Gin, Gurke, naturtrüber Apfelsaft, Holunderblütenlikör und Zitrone. Leicht, floral, gefährlich süffig – einer der Drinks, die den modernen Gurken-Trend in Deutschland überhaupt erst losgetreten haben.

Pimm’s No. 1 Cup

Der britische Sommer in Glasform, untrennbar mit Wimbledon verbunden: Pimm’s, Ginger Ale, Gurke, Erdbeeren, Orange. Wird traditionell in Krügen für die ganze Runde angesetzt – unsere Empfehlung für Gartenpartys, weil er sich quasi von selbst macht.

London Leaves

2006 in der legendären Schumann’s Bar in München entstanden: Gin, naturtrüber Apfelsaft, Limette, Minze, Gurke, aufgefüllt mit Soda. Damals galten frische Kräuter und Gemüse im Glas als gewagt, heute ist der Drink ein moderner Klassiker – und unser Tipp für alle, die es leicht und nicht zu alkoholisch mögen.

Unsere drei Regeln für Gurken-Drinks zu Hause

Erstens: kalt, kälter, am kältesten. Gurke verzeiht keine lauwarmen Drinks – Glas vorkühlen, großzügig Eis. Zweitens: sparsam dosieren. Zwei, drei Scheiben reichen völlig; ab einer halben Gurke pro Glas kippt das Ganze Richtung Salatbar. Drittens: einfach anfangen. Wer noch nie Gurke im Glas hatte, startet mit dem Gin Tonic oder einem Vodka Soda mit Gurkenscheiben – null Aufwand, sofortiger Effekt. Und wer ganz ohne Alkohol durch den Sommer will: Auch ein alkoholfreier Drink wie der Ipanema nimmt ein paar Gurkenscheiben dankbar an.

Unser Fazit: Die Gurke hat den Sprung vom Salat in die Bar völlig zu Recht geschafft. Sie ist billig, überall zu haben und macht Sommer-Drinks frischer, als es jede Zitrone könnte. Wer diesen Sommer nur eine neue Sache ausprobiert – dann bitte diese.