
Corpse Reviver No. Blue | Blau, aber glücklich
Der Corpse Reviver No. Blue ist der Beweis dafür, dass auch ein knallblauer Cocktail elegant und ernstzunehmend sein kann – auch, wenn er eigentlich als Witz entstanden ist. In den frühen 2000ern, während der Cocktail-Renaissance, tauchten längst vergessene Drinks wie der Corpse Reviver No. 2 auf Bar-Menüs weltweit wieder auf. Blaue Cocktails? Hätte zu der Zeit eigentlich keiner mit der Kneifzange angefasst – oder höchstens getrunken, wenn ganz, ganz sicher keiner hinschaut. Doch ausgerechnet Bacardi-Brand Ambassador Jacob Briars entwickelte einen blauen Drink mit Sophistication – als Scherz, der unerwartet gut ankam und nun selbst ein Klassiker ist. Der Corpse Reviver No. Blue bleibt der DNA des Originals Corpse Reviver No. 2 treu, tauscht aber den Triple Sec gegen Blue Curaçao, der als Orangenlikör so ziemlich denselben Geschmack, aber eben auch die auffällige Farbe beisteuert.
In diesem Drink steckt jedoch mehr als nur ein Augenzwinkern: Briars gelingt es, mit dem Corpse Reviver No. Blue eine Hommage an die traditionsbewusste Cocktailwelt zu schaffen und gleichzeitig zu zeigen, dass auch „blaue Drinks“ handwerklich und geschmacklich überzeugen können – wenn auch zugegeben mit ziemlich wenig Aufwand und eher versehentlich. Wie beim Original wird das Glas mit einem Hauch Absinth ausgespült, bevor Gin, Zitronensaft, Lillet Blanc und Blue Curaçao darin ihren Platz finden. Heraus kommt ein bittersüßer Drink, der nicht nur für Fans blauer Cocktails eine Überraschung bereithält, sondern auch Skeptiker begeistern kann.
Warum mixen wir den Corpse Reviver No. Blue genau so?
Die Mischung aus gleichen Teilen Gin, Lillet Blanc, Blue Curaçao und Zitronensaft ist wunderbar einfach zu merken, ähnlich wie bei einem klassischen Negroni. Das Verhältnis sorgt allerdings in den allermeisten Zutatenkombinationen auch dafür, dass der Drink die richtige Balance zwischen Säure, Süße und alkoholischer Tiefe erhält. Der Gin bringt eine kräftige Basis, während der Lillet oder ein trockener Wermut dem Drink eine leicht florale und elegante Note verleiht. Die Süße des Blue Curaçao hält die Säure des Zitronensafts im Gleichgewicht, fertig. Natürlich kann man je nach der Tagesform der Zitrone ein bisschen feintunen – aber in den meisten Fällen lohnt sich das geschmacklich kaum. Apropos Zitrone: die Zitronenzeste drücken wir über dem Drink aus, um ihm mehr Frische zu verleihen, legen sie danach aber zur Seite statt in den Drink.

Corpse Reviver No. Blue
Zutaten
Kochutensilien
Zubereitung
- Ein Coupette-Glas mit Absinth „ausspülen“, also einmal die Innenseite benetzen.
- Alle anderen Zutaten zusammen auf viel Eis kräftig shaken.
- In die Coupette abseihen und mit einer Zitronenzeste abspritze.
- Trinken.
Die richtigen Zutaten für den Corpse Reviver No. Blue
Die Auswahl der Zutaten trägt wie immer maßgeblich zum Erfolg dieses Cocktails bei. Giffard Blue Curaçao sorgt für eine intensiv leuchtende Farbe, ohne den Drink zu süß werden zu lassen – wir arbeiten praktisch kaum mit anderen Blue Curaçaos, aber zugegeben, besonders oft haben wir das Zeug eh nicht im Einsatz. Ein klassischer London Dry Gin wie Hayman’s oder ein Botanist bieten die nötige Struktur, während Lillet Blanc mit seinen floralen Noten den Drink ziemlich abrundet. Alternativ funktioniert auch ein guter trockener Wermut wie Noilly Prat hervorragend und gibt dem Cocktail eine leicht herbe Note, für einige Tester punktet die Extra-Süße eines weißen Wermuts aber noch ein klein wenig mehr.
Die Bilder für diesen Artikel wurden mit Hilfe von KI erstellt.